Untersuchung der Stromgestehungskosten

Vergleich der Stromgestehungskosten von Neuanlagen und erneuerten Bestandsanlagen (Repowering)

Im Rahmen des ersten Arbeitspakets des Innovationszentrums Biogas 4.0 wurde eine Analyse der Stromgestehungskosten von Biogasanlagen durchgeführt. Biogasanlagen, deren EEG-Vergütung nach 20 Betriebsjahren ausläuft, können für eine weitere Betriebsperiode erneuert bzw. „repowert“ werden. Im Hinblick auf das neue Ausschreibungsmodell nach EEG 17 ist es wichtig, die neuen Stromgestehungskosten zu ermitteln, um abschätzen zu können, ob die Ausschreibungsgrenzwerte erreicht werden können. Es ist davon auszugehen, dass beim Repowering die Stromgestehungskosten niedriger ausfallen als bei Neuanlagen, da sich viele Anlagenkomponenten mit nur niedrigem Aufwand erneuern lassen.

Bei der Untersuchung wurden die durchschnittlichen Stromgestehungskosten für diverse Anlagengrößen (bezogen auf die elektrische Leistung), sowohl für Bestands- als auch für Neuanlagen, bestimmt. Die Investitionen für das Repowering sowie die Entwicklung der Einsatzstoffe können aufgrund der Individualität nicht allgemein definiert werden, weshalb hier eine Bandbreite für die Preise angesetzt wurde. Die verwendeten Anlagengrößen entsprechen den Modellanlagen aus dem KTBL Faustzahlen Biogas [Döhler, 2013]. Für die Anlage mit 250 kW wurden zwei Varianten (80% und 40% NaWaRo Substrat) betrachtet.

Abbildung 1: Vergleich der Stromgestehungskosten von Neuanlagen und erneuerten Bestandsanlagen (Repowering)

In Abbildung 1 sind die durchschnittlichen Stromgestehungskosten von Neuanlagen und erneuerten Bestandsanlagen dargestellt. Zudem ist der Bereich zwischen Maximalwert und Minimalwert der EEG Ausschreibung von 2017 visualisiert.
Nach dieser Berechnung würden nur Anlagen der Leistungsklasse 250 kW oder größer für einen Weiterbetrieb im EEG Ausschreibungsmodell relevant werden. Obwohl die Analyse und damit einhergehende Rechnungen auf allgemeinen Kennwerten basiert und somit nur einen Durchschnitt des bestehenden Anlagenparks repräsentiert, ist deutlich zu erkennen, dass es besonders bei kleineren Anlagen gezielter Optimierungsmaßnahmen benötigt, um an den nächsten Ausschreibungsrunden teilnehmen zu können. Auch für Neuanlagen ist es sehr schwierig geworden, die Richtwerte der EEG Ausschreibung zu erfüllen, weshalb es umso wichtiger ist, nach neuen Möglichkeiten für einen wirtschaftlichen Betrieb von Biogasanlagen zu suchen.
Um in Zukunft, besonders in Vorbereitung auf die Ausschreibung, die Stromgestehungskosten individuell für unterschiedlichste Anlagen ermitteln zu können, entwickelt das Innovationszentrum Biogas 4.0 mit seinen Netzwerkpartnern hierfür aktuell ein Berechnungstool, welches im Projektverlauf stetig um Zusatzfunktionen erweitert werden soll. Des Weiteren sollen neue Anwendungsgebiete und neue Absatzmärkte erforscht werden.

Literatur:
Döhler, Helmut (Hg.) (2013): Faustzahlen Biogas. Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft; Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. 3. Ausg. Darmstadt: KTBL.

2018-02-22T15:31:58+00:00